Tagungen

Die Tagungen der VKN

Die Tagungen der VKN finden seit 2022 jährlich statt, zuvor alle zwei Jahre. Sie werden an wechselnden Orten in Niedersachsen abgehalten, um überall im Flächenland Niedersachsen präsent zu sein und interessante Einrichtungen und Projekte vor Ort zu erleben. Ziel ist – neben der Zusammenkunft der Mitglieder und weiterer thematisch Interessierter –, den Austausch zwischen universitärer Forschung und den regionalen Einrichtungen sowie die Auseinandersetzung mit kulturwissenschaftlich relevanten Fragen zu fördern.

Die gehaltenen Vorträge werden in der Zeitschrift kulturen möglichst zeitnah publiziert und so einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Die Volkskundliche Kommission für Niedersachsen ist immer offen für thematische und räumliche Vorschläge zu ihren Tagungen. Nehmen Sie bei Interesse gerne Kontakt mit der Geschäftsstelle auf.

Aktuelle Tagung

Freitag, 17. April 2026, Städtisches Museum Göttingen, Ritterplan 7/8, 37073 Göttingen

Soziale Ungleichheit: Erforschen, Vermitteln, Reproduzieren?

Die Vermittlung kulturanthropologischer Forschung in die breitere Gesellschaft ist Kernanliegen unserer Alltagswissenschaft. Das gilt auch für Arbeiten im Themenfeld der sozialen Ungleichheit. „Einkommensschere“, „Arm und Reich“, aber auch „Parallelwelten“ gehören zu den Schlagworten, mit welchen in der Gegenwart ökonomische Disparität und damit einhergehend auch soziale Ungleichheit – egal ob in puncto Vermögensverteilung oder Bildungschancen – thematisiert werden. Fachhistorisch gesehen sind Randgruppen der Gesellschaft, Stadt-Land-Unterschiede sowie andere Gemengelagen, wie etwa von Migration und Bildungszugang fester Teil der Forschung.

Die Tagung der Volkskundlichen Kommission für Niedersachsen e. V. legt in diesem Jahr ihr Augenmerk darauf, wie Forschende ihre Forschungsergebnisse im Sinne einer Public Anthropology gestalten: Welche Rolle spielt dabei ihre Positionierung vis-à-vis den untersuchten Feldern? Wie gehen sie mit der daraus erwachsenden Sensibilität und Verantwortung im Prozess der Vermittlung um? Im Mittelpunkt werden Vermittlungsformate, ihre Repräsentationsstrategien und Genretraditionen stehen: museale, literarische, aber auch visuelle, etwa comicbasierte oder filmische. Diese gilt es hinsichtlich der ihnen inhärenten Taxonomien kritisch zu befragen und der Frage nachzugehen, wie diese soziale Ungleichheiten darstellen und ggf. reproduzieren. Gerade im habitualisierten Alltagsgebrauch kann das „Kleine Einmaleins“, also das sozial erworbene und dabei hochgradig als normativ empfundene Wissen um die „richtige“ Anwendung medialer Praktiken, unbewusst zur Diskriminierung bestimmter sozialer Milieus und gesellschaftlicher Klassen beitragen, auch wenn dies überhaupt nicht dem Forschungsansatz entspricht. Die jüngst etwa durch die Konjunktur der Klassismusforschung erhöhte Sensibilität für solche Diskriminierungsformen, greift die Tagung auf, indem sie kritisch ausgewählte Vermittlungsformate ethnografisch-kulturanthropologischen Wissens unter die Lupe nimmt, aufzeigt, wie soziale Ungleichheiten in ihnen (oft unbewusst) reproduziert werden und wie andere Formen der Darstellung im Sinne von best practice-Beispielen zu angemessenen Vermittlungen führen können.

Programm

11:00

Begrüßungen und Einführung

11:15-13:15

Ethnographischer Film:

Erzählen im Krisenmodus – Soziale Ungleichheit als Programm(auftrag)

Referent: Torsten Näser, KAEE Göttingen

Ethno-Graphic:

Soziale Ungleichheiten in ethnographischen Comics und die Potenziale des Mediums für kulturanthropologisches Wissen

Referentinnen: Friederike Faust und Krys Unverzagt, KAEE Göttingen

Mittagspause

14:00-16:00

Der dokumentarische Roman:

Lesung und Gespräch mit Grit Lemke, Berlin, zu ihrem Buch Kinder von Hoy. Freiheit, Glück und Terror (2021) und Gespräch mit Regina Bendix

Soziale Ungleichheit in ausstellender Vermittlung:

Roundtable, moderiert von Maren Härtel (Städtisches Museum Göttingen) und Manuel Bolz (KAEE Göttingen) mit Thomas Overdick (Museumsverband Niedersachsen und Bremen e. V.), Angela Steinhardt (Museum Friedland), Sabrina Stolz (Städtisches Museum Göttingen)

Im Anschluss besteht die Gelegenheit, an einer Führung durch eine der beiden dann aktuellen Sonderausstellungen des Städtischen Museums Göttingen teilzunehmen („Ab aufs Rad! – Auf zwei Rädern durch drei Jahrhunderte“ oder „Alle lieben Liesel?! – 125 Jahr Göttinger Gänseliesel“). Auch das Forum Wissen, gleich neben dem Bahnhof Göttingen, kann bis 18:00 besucht werden.

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos.

Anmeldungen bis zum 10. April 2026 bitte an:

E-Mail: vkn@museumsdorf.de

Telefon: 04471 / 94 84 12

Post: Volkskundliche Kommission für Niedersachsen e. V.

c/o Museumsdorf Cloppenburg – Niedersächsisches Freilichtmuseum

z. Hd. Dr. Michael Schimek, Bether Str.6, 49643 Cloppenburg

Bitte geben Sie bei Ihrer Anmeldung an, ob Sie im Anschluss an die Tagung an der Führung durch eine der Sonderausstellungen des Städtischen Museums Göttingen teilnehmen möchten. Bitte mit Angabe „Fahrrad“ oder „Gänseliesel“.

Mit der Anmeldung willigen Sie ein, dass die im Rahmen der o. g. Tagung von Ihnen gefertigten Bild- und Tonaufnahmen verbreitet, öffentlich zur Schau gestellt, bearbeitet und Dritten zur Verwendung zur Verfügung gestellt werden dürfen. Wenden Sie sich bitte an uns, falls Sie von Ihrem Recht auf Widerspruch Gebrauch machen möchten.

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